Vollzug Luzern

Die Energievorschriften des Kantons Luzern basieren auf der MuKEn 2008. Die Einführung der SIA 380/1:2016 ist an das zur Zeit in Vorbereitung stehende neue Energiegesetz gekoppelt. Eine Inkraftsetzung ist frühestens per 1. März 2018 realistisch. Zu diesem Zeitpunkt erfolgt auch die Umstellung auf die EN-Vollzugshilfen/Formulare mit dreistelliger Nummerierung (EN-101, EN-102, etc.).


Sofern für ein Bauprojekt ein provisorisches MINERGIE®-Zertifikat vorliegt, ersetzt dies bei Wohnbauten den Nachweis der energetischen Massnahmen. Es muss spätestens bei der Schnurgerüstabnahme vorliegen.


Abweichend zu der MuKEn 2008 ist für die Beheizung von Freiluftbädern der Einsatz von Wärmepumpen nicht zulässig.

SIA-Norm 380/1, Ausgabe 2016, Heizwärmebedarf

 

Die Norm SIA 380/1:2016 Heizwärmebedarf wurde mit Gültigkeit ab 1. Dezember 2016 publiziert. Für den gesetzlichen Energienachweis im Kanton Luzern ist bis auf weiteres die alte Norm SIA 380/1:2009 Thermische Energie im Hochbau massgebend.

Nachweis der energetischen Massnahmen (Energienachweis)

Formulare für den Energienachweis

 

Für den Kanton Luzern gibt es ein Hauptformular, das alle kantonsspezifischen Sachverhalte enthält. Mit diesem Hauptformular (Deckblatt) wird zusammengestellt, welche technischen Formulare benötigt werden.

 

Deckblatt Kanton Luzern

Technische Formulare für den Energienachweis (nach SIA 380/1:2009)

 

Provisorisches Minergie-Zertifikat ersetzt Wärmeschutznachweis

 

Das provisorische Minergie-Zertifikat ersetzt bei reinen Wohnbauten den gesetzlichen Wärmeschutznachweis, sofern das Zertifikat rechtzeitig vorliegt. Reine Wohnbauten sind in der Regel Ein- oder Mehrfamilienhäuser (Gebäudekategorien I und II nach SIA 380/1).

Ersetzt das Minergie-Zertifikat den gesetzlichen Wärmeschutznachweis, ist der Gemeinde eine Kopie der Minergie-Gesuchsunterlagen zu senden. Wenn der Gemeinde spätestens bei der Schnurgerüstabnahme kein geprüfter Wärmeschutznachweis vorliegt (bzw. ein provisorisches Minergie-Zertifikat), kann die Gemeinde einen Baustopp veranlassen.


Vollzugshilfen Kanton Luzern (Energieordner) – Energienachweis

 

SRL 774, Abs. 1 lit. e
Der Vollzug des gesetzlichen Wärmeschutzes von Gebäuden ist Aufgabe der Gemeinden. Ein wichtiges Hilfsmittel sind die Vollzugshilfen des Kantons Luzern, insbesondere bei kantonalen Vorgaben (z.B. zur Ausnützungsziffer):

Teil A: Grundlagen

Teil B: Allgemeines zum Nachweis

Teil C: Winterlicher Wärmeschutz

Teil D: Sommerlicher Wärmeschutz

Teil E: Höchstanteil nichterneuerbarer Energien

Teil F: Diverses Kanton Luzern

Teil G: Stichwortverzeichnis

 

Jede Gemeinde bestimmt einen Kontrollbeauftragten, dessen Aufgabe es ist, die Wärmeschutznachweise fachlich zu prüfen. Die jährliche Aus- und Weiterbildung der Kontrollbeauftragten erfolgt durch die Dienststelle Umwelt und Energie in Zusammenarbeit mit externen Ingenieurbüros.

 

Liste der Kontrollbeauftragten

 

Vollzugshilfen MuKEn

 

Die Kantone haben eine gemeinsame energiepolitische Strategie entwickelt. In diesem Zusammenhang sind die "Mustervorschriften der Kantone im Energiebereich" (MuKEn) erarbeitet worden. Um den Vollzug der Vorschriften zu vereinheitlichen, gibt es Vollzugshilfen:

 

Vollzugshilfen

Fernwärme ab KVA Renergia

9.12.2015: Ab 2016 wird die Fernwärme Luzern AG zahlreiche Gebäude im Raum Perlen, Buchrain, Dierikon, Root und Ebikon mit Abwärme aus der KVA Renergia versorgen. Die Dienststelle Umwelt und Energie empfiehlt den Gemeinden im Versorgungsgebiet der Fernwärme Luzern ab KVA Renergia, Abwärme und Fernwärme beim Vollzug der Energie- und Baugesetzgebung den erneuerbaren Wärmeenergien wie Biomasse und Solarenergie gleichzustellen.

 

Empfehlung der Dienststelle Umwelt und Energie

Neuerungen bei der Messpflicht von Holzfeuerungen ab 35 kW Kesselleistung

1.12.2014: Der Kanton Luzern startet im Januar 2015 die Messungen von Holzfeuerungsanlagen mit einer Nennleistung ab 35 kW. Besitzer von Holzheizungen dieser Kategorie müssen im Verlaufe des Jahres eine Messung durchführen lassen. Die Messpflicht betrifft alle handbeschickten Stückholzzentralheizungen sowie automatische Pellets- und Schnitzelfeuerungen ab dieser Leistung. Wohnraumfeuerungen (Cheminées, Cheminéeöfen usw.) gehören nicht zu den von der Messpflicht betroffenen Anlagen. Für sie kann die Behörde eine Messung anordnen, wenn es z.B. zu Klagen aus der Nachbarschaft kommt.

 

Ihre Holzfeuerung

Kontroll- und Messpflicht für Holzfeuerungen